Am 11. und 12. Juli 2026 wurde das Austria Center Vienna erneut zum Treffpunkt mehrerer Spielwelten. Das Esports Festival und das parallel veranstaltete Spielefest Wien verzeichneten gemeinsam 28.700 Besucherinnen und Besucher, wie die Veranstalter nach dem Wochenende mitteilten.
Die Besucher wurden von einem vielfältigen Programm angelockt: E-Sports, Videospiele, Brett- und Kartenspiele, Tabletop, Cosplay und Popkultur belegten mehrere Ebenen und Messehallen des ACV.
Die gemeinsame Ausrichtung ist inzwischen fester Bestandteil des Formats. Seit 2024 treten Esports Festival und Spielefest Wien als Kombi-Veranstaltung auf. Für 2026 waren rund 250 Aussteller und Partner angekündigt. Es ist das größte Gaming- und Esports-Festival in Österreich; das Spielefest ergänzte die digitale Seite um eine umfangreiche analoge Spielfläche.
Dass die fünfte Ausgabe des Esports Festivals nicht nur auf eine große Bühne setzte, sondern verschiedene Szenen systematisch zusammenführte, war für das Wochenende prägend. Die Veranstaltung funktionierte damit weniger wie ein einzelnes Turnier und stärker wie eine Publikumsmesse mit Wettbewerben, Spielbereichen und Community-Flächen. Diese Struktur erklärt auch, weshalb die reine Besucherzahl nur einen Teil der Veranstaltung beschreibt.
Gaming ist hier bewusst weiter gefasst
Die Wiener Veranstaltung zeigt, wie breit der Begriff „Gaming“ inzwischen verwendet wird. Gemeint sein können professioneller E-Sport, klassische PC- und Konsolenspiele, Streaming, Sammelkarten, Brettspiele oder andere digitale Unterhaltungsangebote.
Digitale Spielangebote beinhalten in der Regel auch Online-Glücksspiele, wie die beim Betway Online Casino. Mit dem Programm im Austria Center hatte dieser Bereich jedoch nichts zu tun: Dort standen E-Sport, Videospiele, Community-Formate und analoges Spielen im Mittelpunkt. Reine Geldspiel-Anbieter sind auf der Veranstaltung nicht vertreten.
Die Veranstaltung entstand nicht aus einem einzelnen Marktsegment, sondern aus der räumlichen und programmatischen Verbindung unterschiedlicher Szenen. Ein Ticket galt für das Esports Festival und das Spielefest Wien. Auf dem Vorplatz kam ein frei zugängliches Food Festival hinzu. Statt einer reinen Turnierveranstaltung entstand so ein großes Publikumsformat, in dem Wettbewerb, Messe, Spielkultur und Community aufeinandertreffen.
League of Legends setzte den sportlichen Schwerpunkt
Auf der Esports-Mainstage gehörte das erste offizielle League-of-Legends-Länderspiel zwischen Österreich und Deutschland zu den zentralen Programmpunkten. Deutschland gewann die Begegnung mit 2:0. Danach setzte sich Eintracht Spandau gegen G2 Nord durch. Ebenfalls Teil des Programms war der österreichische Fortnite-Profi vic0, der Besuchern eine Spielrunde demonstrierte.
Das Länderspiel war mehr als ein isoliertes Showmatch. Bereits vor dem Festival hatten die Organisatoren und der E-Sport Verband Österreich die Begegnung als Teil des Aufbaus von Nationalteam-Strukturen und als Vorbereitung auf internationale Wettbewerbe eingeordnet. Daneben sorgten Community-Turniere und Spielstationen dafür, dass die Mainstage nicht der einzige digitale Schwerpunkt blieb.
Fast 2.000 Spieltische auf der analogen Seite
Mindestens ebenso prägend war das Spielefest Wien. Es standen rund 2.000 Spieltische zur Verfügung. Die Auswahl umfasste rund 5.000 Brettspiele mit Neuheiten und etablierten Spielen, die Spieler vor Ort ausleihen und ausprobieren konnten. Vertreten waren außerdem Verlage, Spielhersteller, Vereine, Spieleclubs und Autorinnen und Autoren.
Der Trading-Card-Bereich erhielt 2026 mehr Raum und umfasste unter anderem Magic: The Gathering und Disney Lorcana. Weitere Angebote beinhalteten Retro- und Arcade-Spiele, ein Warhammer-40.000-Super-Major, eine Artist Alley, Cosplay-Angebote sowie Workshops. Ein erheblicher Teil der Veranstaltung basierte auf analogem Spielen und angrenzender Popkultur.
Auch außerhalb der klassischen Spielbereiche gab es Programmpunkte mit klarer Verbindung zur Online-Kultur. So wurde auf der Bühne der Schauplatz der nächsten Staffel des österreichischen YouTube-Formats „Manhunt“ bekannt gegeben. Solche Elemente zeigen, dass das Festival nicht nur Publisher, Teams und Spieleclubs bündelte, sondern auch Creator- und Popkulturformate in dasselbe Veranstaltungsumfeld integrierte.
Auch räumlich war das Konzept auf Breite ausgelegt. Das Austria Center Vienna stellte für die Veranstaltung mehr als 26.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bereit. Unterschiedliche Ebenen trennten einzelne Bereiche, ohne sie voneinander abzukoppeln. Wer wegen eines E-Sport-Matches kam, bewegte sich damit im selben Veranstaltungsrahmen wie Brettspielfans, Sammelkartenspieler, Indie-Studios oder Cosplay-Communities.
28.700 Besucher markieren einen Veranstaltungsrekord, keine Marktprognose
Die gemeldeten 28.700 Besucher sind ein Ausgangspunkt für die Einordnung des Festivalwochenendes, sollten aber nicht als Beleg für die Entwicklung des gesamten österreichischen Gaming-Markts verstanden werden.
Ein Blick auf die vergangenen Ausgaben zeigt dennoch eine klare Entwicklung. 2024 wurden Esports Festival und Spielefest Wien erstmals gemeinsam im Austria Center Vienna veranstaltet. Damals kamen laut A1-Newsroom 21.700 Besucher. 2025 stieg die gemeldete Zahl auf 25.500, 2026 schließlich auf 28.700. Innerhalb von zwei Jahren entspricht das einem Zuwachs von rund 32 Prozent.
Diese Entwicklung spricht für eine wachsende Reichweite des gemeinsamen Festivals, erlaubt jedoch keine verlässlichen Aussagen über Marktanteile, Umsätze oder das allgemeine Wachstum der österreichischen Spielebranche. Dafür wären unabhängige Marktdaten und längere Zeitreihen notwendig.
Mindestens ebenso relevant ist die Entwicklung des Programms. Seit 2024 verbindet das Format professionellen E-Sport mit Brettspielen, Cosplay, Indie Games, Sammelkarten und Community-Angeboten. 2026 kamen unter anderem ein erweiterter Trading-Card-Bereich, Tabletop, Retro- und Arcade-Gaming hinzu.
Damit unterscheidet sich die Veranstaltung deutlich von einem klassischen E-Sport-Turnier mit klar abgegrenztem Wettkampfprogramm. Das Austria Center dient inzwischen als gemeinsamer Veranstaltungsort für digitale Wettbewerbe, analoges Spielen und unterschiedliche Fankulturen.
Die gestiegenen Besucherzahlen dokumentieren deshalb in erster Linie die Entwicklung dieses kombinierten Veranstaltungskonzepts. Das Festivalwochenende 2026 war die bislang größte Ausgabe einer Veranstaltung, die digitale und analoge Spielkultur unter einem Dach zusammenführt.


